Bonn Rhein-Sieg


Foto: Initiative für eine lebenswerte Südstadt

Kaiserstraße –Bürgerinitiative will Zahlen sehen

(m.g.) Die Initiative für eine lebenswerte Südstadt kann einen Teilerfolg verbuchen. Oberbürgermeister Ashok Sridharan geht auf die Initiative für eine lebenswerte Südstadt zu und verspricht ihr einen Runden Tisch zur Kaiserstraße und zum City Ring. Aber Zahlen legt die Stadtverwaltung nicht auf den Tisch.

Die Initiative fordert die Zahlen von früheren Verkehrszählungen auf der Kaiserstraße und dem City Ring. „Dabei geht es um Frequentierung der Kaiserstraße und des City Rings vor und nach der Schließung der Maximilianstraße durch den Individualverkehr“, so Stefan Rausch, Sprecher der Initiative. Dafür habe ein Datenanalyst, der Mitglied der Initiative und Mitarbeiter bei der Telekom ist, sogar die Internetplattform Opendata besucht.

„Dort veröffentlichen deutsche Städte unter anderem Zahlen zu ihrem Verkehr“, so Rausch. „Aber die Verkehrszahlen der Stadt Bonn waren alle verschwunden. Anscheinend soll die keiner zu Gesicht bekommen.“ Auch BONNDIREKT hat bei der Stadt nach den Zahlen zu der Sperrung der Maximilianstraße gefragt. Die Antwort des Presseamtes der Stadt lautete: „Nach Prüfung Ihres Anliegens bitte ich um Verständnis, dass wir aufgrund des zu hohen Aufwandes die gewünschten Daten nicht zur Verfügung stellen können.“ Anscheinend will die Stadt die Zahlen im Moment nicht rausrücken.

Stattdessen versprach die Stadt der Initiative zwei Verkehrszählung auf der Kaiserstraße und dem City Ring während der Testphase, um die Auswirkungen der neuen Verkehrsführung dort zu evaluieren. Und zwar im November dieses Jahres und März nächsten Jahres. Bei Stefan Rausch und der Initiative sorgt diese Zeitplanung für Kopfschütteln.

„Das sind genau die Zeitfenster, in denen das Verkehrsaufkommen hier besonders niedrig ist. Ich weiß wovon ich spreche, ich lebe seit 30 Jahren hier“, empört sich Rausch. Eine Zählung im November würde genau vor die Weihnachtzeit fallen, da sei verkehrstechnisch wenig los. „Aber lassen Sie es Dezember werden, wenn es auf Weihnachten zu geht. Dann wollen alle zum Weihnachtmarkt und die Kaiserstraße ist jeden Tag dicht.“

Und die zweite Verkehrszählung im März falle genau in die erste Woche nach Karneval. „Auch dann ist hier traditionell nicht los. Die Leute nutzen wieder vermehrt den ÖPNV, weil die Tage heller werden und gleichzeitig sind Semesterferien. Da wollen keine Studenten mit dem Fahrrad zur Mensa in der Nassestraße.“ Auf diese Weise würden keine Zahlen für eine vernünftige Vergleichsmöglichkeit erhoben. Also versucht die Initiative nun selbst den Verkehr in Zahlen zu erfassen. Mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln.

06.09.2019