Bonn Rhein-Sieg


Foto: Ford

Verivox: SUV verursachen nicht mehr Unfälle

(m.g.) Fast jedes dritte Auto, das in Deutschland neu zugelassen wird, ist inzwischen ein SUV. Doch trotz ihrer Beliebtheit werden „Sport Utility Vehicle“ oft kritisiert. Die Fahrer der „Großstadtpanzer“ seien Verkehrsrüpel und würden die Sicherheit gefährden. So wurden von politischen Lobbyvereinen wie Deutsche Umwelthilfe, Verkehrsclub Deutschland oder Greenpeace regelrechte Hass-Demos gegen Autofahrer und speziell gegen SUV abgehalten.

Das Vergleichsportal Verivox hat seine Kfz-Versicherungsabschlüsse aus den vergangenen zwei Jahren ausgewertet. Alle Angaben sind zur Preisberechnung der Kfz-Versicherung notwendig und wurden anonymisiert ausgewertet. 373 Punkte in Flensburg – mit diesem spektakulären Fall schaffte es jüngst ein SUV-Fahrer in die Medien. Damit ist er aber nicht repräsentativ, wie die Verivox-Zahlen zeigen: SUV-Fahrer sind keine größeren Punktesammler. Versicherungskunden müssen beim Vertragsabschluss angeben, ob sie Punkte in Flensburg haben. Der Anteil liegt bei SUV-Besitzern und den übrigen Autobesitzern exakt gleich hoch.

Und die Schadenbilanz bei allen SUV-Fahrern liegt laut Verivox sogar fünf Prozent unter dem Durchschnitt. Ausgewertet wurden die selbst verursachten Haftpflichtschäden der vergangenen drei Jahre vor Versicherungsbeginn. Auch sind SUV keine typischen „Großstadtpanzer“ für Helikoptereltern. In den 50 größten Städten machen die SUV nur 8,7 Prozent aller über Verivox versicherten Kfz aus. In den übrigen Landkreisen und Städten liegt der Anteil bei 10,2 Prozent.

Am häufigsten werden SUV von Männern im Alter von 60 bis 79 Jahren gefahren. Rund jeder Sechste in dieser Altersgruppe ist darin unterwegs. Der bequeme Einstieg und die gute Übersicht machen die Fahrzeuge offensichtlich gerade bei älteren Männern beliebt. Demgegenüber ist bei den Fahrern unter 30 Jahren nur einer von 34 SUV-Besitzer. Fahrer unter 40 Jahren und Frauen sind insgesamt unterrepräsentiert.

SUV stehen auch als Klimakiller in der Kritik. Laut Greenpeace stoßen die 2018 neuzugelassenen SUVs und Geländewagen durchschnittlich 14 Gramm oder elf Prozent mehr CO2 pro gefahrenen Kilometer aus als der Durchschnitt aller anderen Pkw-Klassen. Diese Kritik ist zum Teil berechtigt. Gegenüber einem normalen Kleinwagen ist ein SUV teils doppelt so schwer. Und mehr Gewicht bedeutet auch mehr CO2-Ausstoß. Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur zufolge liegt dieser bei einem Geländewagen oder SUV pro gefahrenen Kilometer mehr als doppelt so hoch wie bei einem Kleinstwagen. Vor allem große SUV wie der BMW X7 oder Mercedes GLS entpuppen sich als Spritfresser. Aber in den viel populäreren Kompakt- und Mini-Segmenten dagegen schlucken SUV oft dasselbe oder zumindest kaum mehr als Limousinen oder Kombis.

07.10.2019