Als er 1962 die Verwaltungslehre bei der alten Stadt Bonn begann, war er 14 Jahre jung. Letztes Jahr hat der heute 65-Jährige sein goldenes Dienstjubiläum gefeiert. Zu diesem besonderen Anlass hat ihm Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch im Alten Rathaus persönlich gratuliert. „Das war bereits mein drittes Dienstjubiläum und deswegen schon fast Routine. Aber ein Einzeltermin beim Oberbürgermeister ist schon etwas Besonderes, da durfte ich mal Stories zum Thema ‚gute Zeiten, schlechte Zeiten‘ bei der Stadt Bonn erzählen“, schmunzelt Fabritius. Mit seiner Dienstzeit hat der Leiter des Straßenverkehrsamtes bei den Bürgerdiensten einen Rekord aufgestellt, der nur schwer zu knacken sein dürfte.

Nach Abschluss der Lehre arbeitete der gebürtige Sinziger in verschiedenen Ämtern und Abteilungen der Bonner Verwaltung und war seit Mai 2009 Leiter des Straßenverkehrsamtes bei den Bürgerdiensten, damit zuständig für die Bereiche Verkehrslenkung und -regelung, die Kfz-Zulassungsbehörde sowie die Fahrerlaubnisbehörde.

Fabritius schätzte besonders das Gespräch mit den Bürgern: „Wir haben natürlich tagtäglich insbesondere mit Beschwerden zu tun. Mein Augenmerk an Probleme heranzugehen konzentriert sich immer darauf, wie man den Bürgern helfen kann. Wenn man etwas bewirken kann, zum Beispiel, dass Schwerbehinderte Parkplätze bekommen oder Eltern ihre Kinder sicher zur Schule bringen können, dann macht die Arbeit Spaß.“ Und genau diese Einstellung, für die Bürger ein konstruktiver Dienstleister zu sein, vermissen viele bei etwas anders gearteten Verwaltungsmitarbeitern.

Es gab aber auch besondere Herausforderungen, zum Beispiel bei Großveranstaltungen oder Großprojekten: In Sachen Marathon ist Fabritius ein Mann der ersten Stunde, bei allen 13 Laufevents leitete er die Verkehrsplanungen und während seiner Tätigkeit im Dezernat für Stadterneuerung Anfang der 70er Jahre war er von der Grundsteinlegung bis zur Jungfernfahrt der ersten U-Bahn an deren Bau beteiligt.

Frühaufsteher Fred Fabritius (‚FFF‘) saß auch gerne um sechs Uhr im Büro und einige Bürger rieben sich vermutlich gelegentlich die verschlafenen Augen, wenn sie bereits um 6.05 Uhr eine Mail der Stadt Bonn in ihrem Posteingang hatten.

Auf lange Sicht kann Fabritius sich in seinem neuen Unruhestand auch ein politisches Engagement vorstellen. „Vielleicht werde ich dann mal die Verwaltung mit meinen Fragen verblüffen“, scherzt er. In den letzten Jahrzehnten musste er selbst insbesondere in den Bezirksvertretungen Rede und Antwort stehen.

Und da sollte er eigentlich genügend Erfahrung gesammelt haben, um sich so etwas wie Kommunalpolitik nicht mehr anzutun. Vielleicht bereichert er ja die Öffentlichkeit zukünftig mit der Preisgabe der einen oder anderen Erzählung aus den Tiefen und Untiefen eines Verwaltungsalltags. Genügend Hintergrundkenntnis und Humor besitzt Fred Fabritius dafür allemal.

„Bon(n) Ruhestand, Fred.“