Lebensmittellexikon


© Jean-Paul CHASSENET

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© wikipedia.de

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Diesmal: Buchstabe Z

Aus dem Lebensmittellexikon von R. Wien: Von Aal bis Zweigelt (Folge 26)

Essen: Ziegenkäse
Die vermutlich älteste Käsesorte hat verschiedene Namen: Fromage de chevre / goatcheese / formaggio di capra und im besten Schwyzerdütsch: Gaiskäsli. Dagegen klingt das deutsche Wort „Ziegenkäse“ ziemlich trocken, dabei ist der Käse selbst schön cremig-weich und schmilzt auf der Zunge.

Ziegenkäse reift langsamer als Kuhmilch, ist variantenreicher und besonders von April bis Oktober zu empfehlen.
Der pure Ziegenkäse wird in Frankreich und Deutschland bevorzugt, es gibt aber auch Mischungen („Cuvées“) aus Ziegen- und Kuhmilch, bzw. auch aus Kuh- und Ziegenmilch. Dabei wird der jeweils höhere Anteil zuerst genannt („Ziegenkäse mit Kuhmilch“).

Die Formen von Ziegenkäse sind vielfältig: Auf den Käsebrettern erscheint er als Pyramide Kugel, Rolle (manchmal geschwärzt), durch Tresterwickel oder mit durchgestecktem arretierendem Strohhalm. Nicht nur Gourmets nehmen zum geschmeidigen Ziegenkäse gerne ein Glas Champagner oder zumindest einen säurebetonten trockenen Weißwein.

Und die Bezeichnung „blöde Ziege“ nehmen Feinschmecker ohnehin nie in den Mund.

Trinken: Zweitwein
Beim Zweitwein handelt es sich nicht etwa um das zweite Glas Wein, das man sich im Lokal bestellt, es ist auch keine zweitrangige Qualität. Im Gegenteil: Nahezu alle Zweitweine aus Spitzenweingütern übertreffen die „Erstweine“ von normalen Weingütern.

Zweitwein ist keine offizielle Bezeichnung. Sie steht für das preislich günstigere Zweitprodukt besonders berühmter und hochdekorierter Weingüter. Zweitwein macht Lust auf den Erstwein und zu solchen zählen Namen wie „Chateau Margaux“ (Erstwein) mit „Pavillon rouge“ (Zweitwein). Oder: „Lafitte Rothshild“ (Erstwein) mit „Les Carruades de Lafite“ (Zweitwein). Zweitweine dieser Weingüter werden häufig von jüngeren Reben in weniger anspruchsvollen Fässern ausgebaut und sind früher trinkfertig.
In Deutschland werden Zweitweine auch als Guts- oder Schoppenweine in Literflaschen für den offenen Ausschank abgefüllt. Der gehobenen Qualität schadet dies sicher nicht, im Gegenteil: Auf diese Weise kommen Weintrinker auf den besseren Geschmack.

Denn eines steht fest: Guten Weingeschmack muss man sich über viele Jahre erst mal „ertrinken“.