Essen+Trinken


Stimmung steigt, Geschmack auch!

Trockene und weiße Weine stärker gefragt

(e.r.) - Na bitte, wer sagt es denn? Trockene Weine liegen weiter im Trend. Dies belegen auch die aktuellen Zahlen aus der Qualitätsweinprüfung. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, wurden im vergangenen Jahr rund 12 Millionen Liter mehr Qualitäts- und Prädikatsweine in der trockenen Geschmacksrichtung abgefüllt. Dadurch ist ihr Anteil an der gesamten qualitätsgeprüften Weinmenge um einen Prozentpunkt auf 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen und um sieben Prozentpunkte im Vergleich zu 2010. Der Anteil der halbtrockenen Weine ist mit 21 Prozent konstant geblieben.

Vorbei ist die Zeit so genannter "Trinkmarmeladen". Die große Zeit gepanschter, süßlich schmeckender Weißweine war in den fünfziger und sechziger Jahren. Damals trank die Nation gerne 'Oppenheimer Krötenbrunnen', 'Zeller Schwarze Katz' und ähnliche Schweinereien aus Großlagen. Als die Franzosen dannn Anfang der siebziger Jahre zuerst mit ihrem 'Elsässer Edelzwicker' in deutsche Geschmackslandschaften einmarschierten, lernten wir hierzulande, dass Wein und gutes Essen sich gegenseitig hochschaukeln.

Weißweine machten im vergangenen Jahr 62 Prozent der deutschen Qualitäts- und Prädikatsweinproduktion aus. Ihr Anteil ist 2017 um zwei Prozentpunkte gestiegen, während Rotweine um zwei Prozentpunkte auf 27 Prozent zurückgingen und Roséweine mit elf Prozent unverändert blieben. Die gesamte qualitätsgeprüfte Weinmenge von 7,6 Mio. Hektolitern liegt um 0,8 Prozent über der des Vorjahres. 

Im Durchschnitt der Jahre wird rund 84 Prozent der jährlichen deutschen Weinerzeugung als Qualitätswein eingestuft. Der verbleibende Anteil ("Der billige Rest") wird  als Landwein vermarktet, geht in die Sektbereitung oder wird zu Essig und medizinischen Zwecken verarbeitet. Ja liebe Leute, so ist das und besonders im billigen Sekt ist alles andere als Qualität oder 'Wahrheit'. Unter  € 5,00 gibt es einfach keinen qualitativ akzeptablen Sekt, wenn Sie mich fragen. Aber Geschmack hat ja mit Preis in der Regel wenig zu tun.

Alle Qualitäts- und Prädikatsweine  müssen in Deutschland eine sensorische, analytische und bezeichnungsrechtliche Prüfung durchlaufen, bevor sie als solche in Verkehr gebracht werden dürfen. Erst wenn alle erforderlichen Bedingungen erfüllt sind, erhalten sie eine amtliche Prüfnummer (AP-Nr.), die auf dem Etikett anzugeben ist. Schauen Sie beim Weinkauf zuerst auf das Rückenetikett, da erhalten Sie die wirklichen Informationen. Auf dem Vorderetikett hat sich häufig nur ein unbegnadeter Grafik-Designer ausgetobt, privat unter Umständen auch ein notorischer Biertrinker!