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Restaurantkritik: "Oscar Remise"

Die frühere 'Remise' im Bonner Businessviertel hat wieder geöffnet und nennt sich jetzt ‚Oscar Remise‘

(mi) Außer dem Namenszusatz Oscar hat sich in der Bonner Remise auf den ersten Blick nichts geändert. Bekannte Gesichter beim Personal und ein unverändertes Interieur. Die Speisekarte zeigt dann aber doch, dass der neue Restaurantleiter Farshad Nakhshavani, bekannt aus dem ‚Oscar im Apropos‘, nach zwei gescheiterten Anläufen ein neues Konzept verfolgt, was jetzt für das ganze Restaurant gilt.

Multi Kuli oder International lautet die neue Ansage, bedeutet: Für jeden etwas Das ist eigentlich erst mal nichts Aufregendes oder Revolutionäres. Muss ja auch nicht unbedingt. Und was bedeutet es genau?

Ob Sushi vom eigenen Sushi Meister geschaffen oder klassische italienische bzw. spanische Vorspeisen wie der gegrillte Pulpo mit Tomaten-Paprika Concasseé bis hin zum Thunfischtartar mit Limette und Koriander, alle Vorspeisen sind kreativ angerichtet und schmecken einfach lecker.  

Bei den Hauptgerichten setzt sich der bunte Reigen fort: Salate, klassische Pasta, verschiedene Burger, sogar mit frischen Sommertrüffeln, bis hin zur Wokpfanne, dem Rib Eye Steak oder dem Wiener Schnitzel. Die Karte bietet  alles, was der Bonner mögen könnte. Auch interessante vegetarische Gericht fehlen nicht. Geschmacklich waren sie ebenfalls o.k, wenn auch vielleicht nicht mit dem letzten Pfiff  wie bei den Vorspeisen, aber Vegetarier leiden ja gerne.

Eines hat sich aber auch wie in der Vergangenheit nicht geändert. Schon bei mittlerer Auslastung des Lokals nimmt die Wartezeit zwischen Vorspeise und Hauptgang deutlich zu. Daran konnte auch die aus Köln ergänzte Küchentruppe nichts ändern. Ob es an der räumlich zu kleinen Küche im Verhältnis zur Sitzplatzzahl liegt oder doch mit der großen Karte mit über 50 Gerichten hängt wollte das Personal nicht beantworten.  Wie auch?

Etwas übersichtlicher fällt die Auswahl beim Nachtisch aus, die mit New York Cheesecake über Tiramisu bis hin zum Kaiserschmarren reicht.

Durch die langen Öffnungszeiten von 11.30 Uhr bis 23.00 und 1.00 Uhr am Wochenende gibt es auch eine wechselnde Mittagskarte, die mit Preisen von 9.50 bis 15.50 € lockt. Für ein Dinner muss man mit durchschnittlich 20 € bei den Vorspeisen und ca. 30 € Hauptspeisen deutlich mehr auf den Tisch legen. Mit begleitendem Wein, einem Aperitif, Wasser und Kaffee summiert sich der Preis pro Person dann schnell auf rund 80 € pro Person, was die Klientel in Bonn deutlich reduziert, was auch vorteilhaft sein kann, wenn man elitär denkt.

Trotzdem bleibt  zu wünschen, dass diese schöne Location mit dem neuen Anlauf jetzt ein tragfähiges Konzept für die Zukunft gefunden hat. Die BONNDIREKT-Empfehlung: Mal hingehen und testen.Am besten erst mal mittags.