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Rebschnitt (Foto: Pfalzwein)

Startvorbereitung für den 2019er

(e.r.) - In den ersten Wochen des Jahres  stehen die Reben in den Weinbergen ziemlich „nackt“ da. Kein Grün ist zu sehen, die Zweige wirken gespenstisch tot. 

Um den Weinberg wieder zum Leben zu erwecken, hat jetzt die Zeit des Rebschnitts begonnen. Das Kürzen der Triebe verleiht dem Rebstock neue Kraft. Der Winzer schneidet deshalb die alte Bogrebe ab und belässt in Stammnähe einen Trieb aus dem letzten Jahr, den er in der Länge auf etwa zwölf Augen einkürzt.

Nachdem der Rebschnitt abgeschlossen ist, werden die Reben gebogen. Das gehört zu den zeitaufwändigsten Arbeiten im Weinberg und erfordert vor allem Geschick und Gefühl. Beim Krümmen der Rute muss sehr vorsichtig gearbeitet werden, um ein Abbrechen zu verhindern. Geschieht dies doch, trägt der Rebstock in diesem Jahr keine Früchte und der Verlust beträgt dann etwa eine Flasche Wein pro Stock.

Die Bindearbeiten sollten vor dem ersten Austrieb der Reben Mitte April beendet sein. Etwa 40 Stunden benötigt der Winzer für einen Hektar, dabei werden bis zu 20.000 Bindungen angebracht. Für das Anbinden werden natürliche Materialien wie Weide oder Kordel verwendet, die mittlerweile auch immer mehr von Materialien aus Draht und Kunststoff und dafür taugliche Bindezangen abgelöst werden. Dadurch verringern sich nicht nur die Materialkosten, sondern auch der Arbeitszeitbedarf fürs Anbinden.

Danach beginnen sich die Rebstöcke "warm zu laufen". Kritisch wird es noch mal im Mai. Dann kann ein kurzer, aber unbarmherzige Frost in einer einzigen Nacht Totalschaden anrichten. Passiert dies, hat der Winzer im Restjahr zwar weniger Arbeit, aber auch keinen Wein.