Bundeskunsthalle: Programm 2024

(e.b./e.r.) – Die Bundeskunsthalle blickt bisher auf ein erfolgreiches Jahr 2023 zurück. Viele neue Ausstellungsprojekte und Veranstaltungen wurden eröffneten, neue Programme wurden initiiert.

„Ich freue mich sehr darauf, dass das Jahr 2023 mit einer Vielzahl von Ausstellungen und Veranstaltungen fulminant enden wird. Auch das kommende Jahr 2024 verspricht mit einer großen Bandbreite an Projekten wieder eine reichhaltige Inspirationsquelle für Groß und Klein zu werden. Wir ehren einen der größten noch lebenden deutschen Konzeptkünstler, stellen einen der renommiertesten Architekten unserer Zeit vor, hinterfragen unser politisches System, betrachten Alltagsgegenstände, widmen uns Phänomenen der Kulturgeschichte, leiten mit einer UN-Kooperation in ein Jahr mit Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit über und vieles mehr. Ob große Inszenierung oder poetische Installation, ob konzentrierter Diskurs oder peppige Veranstaltung: Unser Programm will anregen – zum Nachdenken, zum Austausch, zum Mitmachen“, erläuterte Intendantin Eva Kraus.

Mit gleich drei neuen Ausstellungen zwischen Ende Oktober und Dezember 2023 geht die Bundeskunsthalle in den Jahresendspurt. Einblicke in die sehr junge Produktion zeitgenössischer bildender Kunst in Deutschland gibt der alle zwei Jahre vergebene Bundespreis für Kunststudierende ab dem 27. Oktober 2023. Die Kunststudierenden präsentieren Installationen, Bildhauerei, Malerei, Zeichnung, Performance und Multimedia bis 7. Januar 2024 in diesem einzigartigen Forum für den künstlerischen Nachwuchs.

Die bahnbrechenden Beiträge des Philosophen Immanuel Kant (1724–1804) zur Aufklärung, seine Überlegungen zur Ethik, Emanzipation, Erkenntnistheorie und Völkerrecht gelten bis heute als Referenzpunkte für richtungsweisende Debatten.

Am Vorabend seines 300. Geburtstages am 22. April 2024 wird die Ausstellung Immanuel Kant und die offenen Fragen ab 24. November 2023 auch einem philosophisch nicht vorgebildeten, explizit auch jungen Publikum die vier berühmten kantischen Fragen: „Was kann ich wissen? Was darf ich hoffen? Was soll ich tun? Was ist der Mensch?“ näherbringen.

Auch wenn die Ausstellung am 17. März 2024 ihre Pforten schließt, wird die Bundeskunsthalle im Kant-Jubiläumsjahr 2024 zum zentralen überregionalen Veranstaltungsort der Region: Zwischen April und Juli 2024 findet unter dem Titel „Kant und die Gegen-wart“ eine Vortragsreihe statt, gefolgt von dem 14. Internationalen Kant-Kongress „Kants Projekt der Aufklärung“ vom 8. bis 13. September 2024.

Kurz bevor sich das Jahr 2023 verabschiedet, wird ab 13. Dezember 2023 die Künstlerin Anna Oppermann (1940–1993) als Schlüsselfigur der deutschen Konzeptkunst vorgestellt. In den sechziger Jahren entwickelte sie ihre radikal offene und dialogische Sprache. Ihre komplizierten Assemblagen aus Zeichnungen, Fotografien und Objekten entwickelten sich zu großformatigen, raumgreifenden Installationen, für die die Künstlerin den Begriff „Ensemble“ prägte. (Anna Oppermann. Eine Retroperspektive 13. Dezember 2023 – 1. April 2024)

Zusammen mit der Ausstellung „Alles auf einmal. Die Postmoderne, 1967 1992“, die bis 28. Januar 2024 durch alles führt, was zwischen 1967 und 1992 den Ton in Architektur, Design, Mode, Film, Kunst, Technik und Medien angab, schafft die Bundeskunsthalle über den Jahreswechsel hinweg viele Gründe für einen abwechslungsreichen Besuch bis sich ein Architekturhighlight ab 8. März 2024 in Szene setzt: Bei der diesjährigen

Architekturbiennale von Venedig präsentierte der weltweit erfolgreiche japanische Archi-tekt Kengo Kuma Modelle seiner bedeutendsten Gebäude. Die Bundeskunsthalle zeigt die retrospektiv angelegte Ausstellung Kengo Kuma. Onomatopoeia Architecture nun erstmals nach Venedig. Im Mittelpunkt steht der Dialog zwischen Mensch und Material und dem damit verbundenen Rückgriff des Architekten auf die Onomatopoesie, zu Deutsch „Lautmalerei“. Für seine Projekte greift Kengo Kuma auf japanische Traditionen und die von ihm bevorzugten Materialien – Holz, Papier und Metall – zurück und wendet sie auf seine eigene, zeitgenössische Weise an.

Drei Wochen später, ab 22. März 2024, schließt sich eine weitere Übersichtsausstellung an: Mit „Bilder im Kopf, Körper im Raum“ wird der Konzept- und Installationskünstler Franz Erhard Walther zu seinem 85. Geburtstag geehrt (*22. Juli 1939). Die Ausstellung präsentiert bis 28. Juli 2024 eine konzentrierte, repräsentative Auswahl von handlungsbasierten Arbeiten sowie Zeichnungen „als Innenblick“ aus verschiedenen Perioden.

Wie bereits im Jahr 2023 lädt die Bundeskunsthalle über den Sommer erneut zu Interactions ein: Vom Dach über das Foyer bis zum Museumsplatz werden vom 1. Mai bis 27. Oktober 2024 Kunstwerke oder Aufführungen angeboten, die zum Spiel einladen, sich aber auch mit Bildsprachen und Bewegung, mit Ästhetik und sinnlichen Erfahrungen als grenzüberschreitende und universelle Kommunikationsformen beschäftigen.

Die Ausstellung „Macht mit! Demokratie gestalten“ ist ein Aufruf zur aktiven Beteiligung – und zwar an der Ausstellung ebenso wie an der Demokratie an sich. Demokratie gestalten beleuchtet den aktuellen gesellschaftlichen Wunsch nach mehr Teilhabe, ebenso wie die traditionellen Formen der Demokratie. Wie wurde bislang für Demokratie gekämpft, für gleiche Rechte und Freiheit? Neben Kunst und Design werden Zeugnisse aus der politischen Kulturgeschichte, der Architektur sowie aus Film und Fotografie zu sehen sein. (30. Mai bis 13. Oktober 2024).

Der Kunstherbst 2024 startet in der Bundeskunsthalle spielerisch. Der US-amerikanische Künstler Mark Dion hat aus hunderten von Exponaten aus der Spielzeugsammlung des Stadtmuseums Berlin ein Kunstwerk geschaffen. Seine Installationen sind eine Art Labyrinth aus Brettspielen, eine Pyramide der Tiere, ein Rundkurs mit einem imaginären Rennen zwischen Fahrzeugen aller Art und vielem mehr. Mark Dion.

Dem Spielerischen folgt das Tänzerische: Dem Tanz als verbindendes Element zwischen Menschen widmet sich ab dem 27. September 2024 die Ausstellung Tanzwelten und präsentiert ihn als globale Darstellungs- und Ausdrucksform. Sie erzählt nicht die Geschichte des Tanzes, sondern zeigt multiperspektivische Verflechtungsgeschichten. Dabei reichen die Exponate von Tanzdarstellungen in frühen Kulturen bis zur neuzeitlichen bildenden Kunst und Beispielen des zeitgenössischen Tanzes. Darüber hinaus wird die Ausstellung bis zum 16. Februar 2025 zur Tanzplattform: Videos und Projektionen, vor allem aber die live stattfindenden Interventionen und Performances vermitteln den Tanz.

Das Ausstellungsjahr 2024 klingt mit einem Projekt aus der interdisziplinären Ausstellungsreihe der Bundeskunsthalle zu

wissenschaftlichen und gesellschaftsrelevanten Themen aus und läutet gleichzeitig das Jahr 2025 mit dem Themenschwerpunkt der Nachhaltigkeit ein. SAVE LAND. United For Land thematisiert ab 6. Dezember 2024 in enger Kooperation mit der UNCCD die ökologische Wiederherstellung von Land. Dabei nutzt die immersiv gestaltete Ausstellung neueste Medientechnologie und vereint Exponate aus Kunst, Kulturgeschichte und Naturwissenschaft, um die ökologischen Probleme und Potentiale der von Menschen beeinflussten Umwelten zu verstehen und um das öffentliche Bewusstsein für dieses dringende Thema zu schärfen.

Nicht nur für einen Ausstellungsbesuch steht die Bundeskunsthalle, sondern auch als ein Ort des Austausches und der Kommunikation. Seit dem Frühjahr 2023 bringt der Salon 53177, die Zweigstelle der Bundeskunsthalle in Bad Godesberg, ein vielfältiges Workshop-Programm in die dortige Fußgängerzone. Nun bekommt auch das Haupthaus einen eigenen Salon. Wo in Bad Godesberg der Fokus auf dem Mitmachen liegt, rückt im Salon der Bundeskunsthalle das Verweilen und das Zusammentreffen in den Vordergrund – im klassischen Sinne als Empfangshalle der erste Raum des Hauses und ein Ort für Gastlichkeit und Kultur.