Ein „Bonner Bogen“ als Lektüre
Ein literarisches Buch über Bonn – dieses Projekt setzt die hiesige Regionalgruppe des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) um. Herausgegeben wird das Werk von Harald Gesterkamp und Monika Littau.
Bonn. Die Regionalgruppe Bonn/NRW Süd des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) veröffentlicht in diesen Tagen eine Anthologie mit literarischen Texten über Bonn. Der Buchtitel „Bonner Bogen – Literarisches von A (wie Beethoven) bis Z (wie Westerwelle)“ deutet bereits an, wohin die Reise geht. Historisches aus der Zeit Beethovens ist ebenso wichtiger Bestandteil des Buchs wie die Zeit als Bundeshauptstadt und Regierungssitz. Daneben finden sich Texte, die sich mit Alltäglichem in Bonn befassen.
Die Herausgeber Harald Gesterkamp und Monika Littau hatten dazu im Dezember und Januar professionelle Autorinnen und Autoren mit Bonn-Bezug dazu aufgerufen, Texte einzureichen. Dazu wurden gezielt mehrere Schriftstellerinnen und Schriftsteller angeschrieben, außerdem konnten Interessierte die Ausschreibung im Internet finden. „Die Zahl der Bewerbungen war erfreulich groß“, sagt Herausgeber Gesterkamp, der auch Sprecher der hiesigen VS-Regionalgruppe ist. „Wir hätten mehrere Bücher füllen können.“ In die Anthologie geschafft haben es schließlich Beiträge von 32 Autorinnen und Autoren. Neben Prosa sind auch lyrische Beiträge zu entdecken.
Teilnehmen konnten Schreibende, die gebürtig aus Bonn sind oder heute in Bonn leben, in der Stadt gelebt haben oder aus anderen Motiven ein Thema aufgreifen, das mit der Stadt verbunden ist. Dabei fällt das Urteil über die Stadt Bonn durchaus kontrovers aus: Dem jungen Autor Leonhard Calm aus Lübeck zum Beispiel scheint die Stadt in der Wahrnehmung verloren gegangen zu sein; viele der in Bonn Lebenden haben demgegenüber nicht nur Erinnerungen an die Hauptstadtzeit, sondern vertrauen auf Bonn und seine Entwicklung, wie etwa Georgie Severin, deren Text „Bonner Bögen“ das Buch eröffnet.
In den abwechslungsreichen Texten der Anthologie gibt es viele Menschen zu entdecken oder wiederzuentdecken, Sibylle Mertens-Schaafhausen etwa oder auch den Bonn besuchenden Andy Warhol. Gleichzeitig begegnen den Leserinnen und Lesern natürlich auch vertraute Namen wie Konrad Adenauer, Willy Brandt oder Helmut Kohl.
Das Projekt „Bonner Bogen“ wird vom Land NRW über die Gesellschaft für Literatur sowie von der Stadt Bonn finanziell unterstützt. Das im unabhängigen Elsinor-Verlag erschienene Buch wird in den nächsten Wochen an mehreren Stellen und mit den verschiedensten Autorinnen und Autoren in Bonn vorgestellt. Diese Lesungen stehen bereits fest:
17. Juni, 19.30 Uhr: Pantheon Lounge, Siegburger Straße 42, 53229 Bonn,
4. September, 19 Uhr: Bezirksbibliothek Bad Godesberg, Moltkestraße 2-8, 53173 Bonn.3. November, 20 Uhr: Kunstverein Bad Godesberg, Burgstraße 85, 53177 Bonn
Harald Gesterkamp/Monika Littau (Hg.): Bonner Bogen – Literarisches von A (wie Beethoven) bis Z (wie Westerwelle), 168 Seiten, Elsinor Verlag, 16,90 Euro,
ISBN: 978-3-942788-92-2.
13.06.2025
