Heißer Stuhl bleibt kalt
Der Bonner General-Anzeiger (von seinen Restabonennten auch „BofüTaz“ (Bonns führende Tageszeitung) genannt, veranstaltete in der noch nicht eingeweihten restaurierten Bonner Beethovenhalle eine Live-Diskussion mit der Kandidatenriege zur nahenden OB-Wahl.
Ohne Umschweife: Die Sendung war aufregend, informativ und unterhaltsam wie das ‚Erzählcafé‘ eines Seniorenheims im Teutoburger Wald. Zwei Stunden habe ich mir die ‚Gute-Nacht‘-Sendung reingezogen, danach bin ich seit längerer Zeit zuhause noch einmal früh ermüdet ins Bett gegangen. Die Dörner-Texte klangen so, als würde die Dame zum erstenmal kandidieren mit ihren Vorschlägen. Dadurch stellte sie allerdings unfreiwillig dar, was sie in den letzten Jahren nicht geschafft hat. Deus und Reeh-Schall fand ich noch hörenswert, der Rest zählte zur politischen Reste-Rampe. Authentisch fand ich den AfD-Kandidaten: Er trug zu seinem stylischen Oberlippenbart durchweg braune Garderobe. Das nenne ich Mut zur Wahrheit!
Eindeutiger Verlierer des Abends aber war die Technik der Veranstaltung und so blieben auch die Mikrophone neben dem nicht heißen Stuhl häufig kalt. Und was der Werbeblog für die Sparkasse Köln-Bonn zu Beginn der Sendung sollte, hat sich mir nicht erschlossen. Hat die Sparkasse etwa die Mikrophone gesponsert? Könnte sein, aber dann hat sie gespart. Und dass die Sparkasse beim Service gerne spart, kennen wir ja. Deshalb heißt sie ja auch Sparkasse.
28.08.2025
