„Die Summe von Minderheiten ergibt noch keine Mehrheiten“.

So sprach ein ehemaliger erfolgreicher SPD-Bundeskanzler. Genau so ist es: Eine Partei ohne politischen Kompass für die Mitte der Bevölkerung und deren Sorgen und Nöte wird weiter ins Abseits geraten. Wer vornehmlich berechtigte, allerdings häufig auch wenig sinnvolle Randthemen in den Focus der politischen Aktivität stellt, muss sich nicht wundern, dass die Wähler in alle Richtungen davon laufen. Wo laufen ehemalige SPD-Wähler denn hin? Realpolitiker mit Einschränkung zur CDU, verkrampfte Dogmatiker zu den GRÜNEN, junge Ahnungslose zu den LINKEN und dumpfe Protest-Kleinbürger zur AfD.

Die ehemals klassische Arbeiterpartei SPD bedient die falsche ‚Kundschaft‘. Klassische Malocher wie früher im Ruhrgebiet gibt es nicht mehr und mit dem abgestandenen sozialen Etikett bedient werden verschiedene Szenarien eher arbeitsunwlliger Zeitgenossen bedient. Das Gros der Parteimitgieder schuftet nicht, sitzt sich aber gerne in unproduktiven, oft öffentlichen Dienstleistungsbetrieben den Hintern wund.

Die SPD benötigt einen neuen Aufbruch wie damals beim Godesberger Programm und sie braucht vor allen Dingen neue Gesichter, die auch über ein gewisses Charisma verfügen und Menschen in ihren Bann ziehen. Das derzeitige Führungspersonal verfügt bis auf wenige Ausnahmen über eine Ausstrahlungkraft wie Prokuristen eines Fast-Food-Konzerns. Aber fähige Köpfe kann man sich nicht backen und dies gilt nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf Länder- und kommunaler Ebene. Ich hoffe sehr, dass die SPD wieder auf die Beine kommt, aber es wird noch ein steiniger Weg.