Der Rückzug ins Private
Es sind keine schöne Zeiten, die wir im Moment erleben: Kriege, die wir nicht gewollt haben, in die wir aber schon länger zumindest indirekt verwickelt sind, der tägliche Umgangston in persönlicher Präsenz und auf den so genannten ‚Sozialen Medien‘ der Gesellschaft verroht zusehends und die klimatischen Probleme werden uns täglich beim Blick aus dem Fenster serviert. Das alles macht uns ernster und irgendwie auch einsamer.
Da bietet sich ein schleichender Rückzug ins Private an. Je nach Alter verläuft dies aber sehr unterschiedlich. Bleibt die Frage, ob privater Rückzug wirklich eine Lösung darstellt? Die heimischen vier Wände sind für viele Menschen zum Refugium in einer schwierigen Welt geworden. Selbst der nach Corona wieder verstärkte Run auf Urlaub in scheinbar problemlosere Zonen ist ein Ausdruck von Flucht ins Private.
Was hat da alles mit Zeitgeist zu tun?
Nun ja, gefühlte und im Kopf verarbeitete Probleme präsentieren sich im individuellen Verhalten und dies ist meist problematisch. Machen wir uns doch nichts vor und formulieren es mal gnadenlos ungeschminkt: Das Gros der Bevölkerung in unserem und ebenfalls in anderen Ländern besteht aus hoffnungslos ungebildeten, daher schlecht informierten und egoistischen Idioten aller Altersklassen und jedweder Herkunft.
Ist das zu hart ausgedrückt? Finde ich nicht, es ist nur gnadenlos realistisch. Und so bedingen schlimme Zeitumstände ungeistige Reaktionen. Deshalb sollten wir gegenwärtig auch nicht mehr vom Zeitgeist, sondern eher vom Zeit(un)geist reden.
Den Rubriknamen ‚Zeitgeist‘ auf BONNDIREKT behalten wir aber erst einmal bei, damit die geneigte Leserschaft schneller den Text findet.
