Bonn: Verkehrswende durch Verkehrswände?
Die von den GRÜNEN propagierte und von der „Zweirad-Koalition“ unterstützte Verkehrspolitik in Bonn trägt immer irrsinnigere Blüten. Diesmal geht es um Folgendes: Wer es in eine der städtischen Tiefgragen trotz diffuser Strassenführungen mit dem Auto geschafft hat, den ereilt seit einiger Zeit ein neues Problem: Er kommt aus der Garage nicht mehr raus. Jedenfalls nicht in der gewünschten Zeit. Der Grund:
An der Einmündung der Ausfahrten in die oberirdischen Strassen geht es nicht mehr weiter. Der Verkehr steht dort und fließt dank teilweise überdimensionierter Radwege und Umleitungen nicht mehr.
Was nützt es, wenn auf der Adenauerallee zwei Lastenfahrräder zügig voran kommen und sich der dortige Autostau durchaus zeitweise in Grenzen hält, wenn gleichzeitig Autos die Tiefgaragen nicht verlassen können, weil die Ausfahrten blockiert sind und der wundervolle ÖPNV sich dort ebenfalls nicht mehr bewegt?
Als ehemaliger Geschäftsführer der Bonner City Parkraum GmbH (13 Jahre) weise ich mal darauf hin, dass im Falle eines Brandes in den Garagen es zu Katastatrophen kommen könnte, da natürlich auch die Feuerwehr nicht mehr an die Einsatzorte gelangt. Sprinkleranlagen in den Garagen helfen da nicht mehr viel weiter. Es bietet sich nur diese Lösung an: Die Garagenausfahrten sollten Vorfahrt berechtigt sein und der Verkehr müsste über einen geschlossenen Ring wie früher abzuleiten sein! Man könnte ja schon mal die Verwaltung unter Hinweis auf diese Gefahrenlagen präventiv verklagen!
Dazu kommt, dass inzwischen ausgerechnet die stadteigene SWB die Mehrheit an der City Parkraum GmbH hält und der politische Teil des Aufsichtsrates entsprechend aussieht. Was für ein Anachronismus: Auf der einen Seite will man – um das Weltklima zu retten, während in Asien immer neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen – die Autos aus der Bonner City vertreiben, auf der anderen Seite will man die Parkgebühren der Garagen einsacken und versperrt dann auch noch mit einer vollkommen hirnfreien und praxisfremden Verkehrspolitik die Ausfahrten. Praktische Lösungen haben Politik und Verwaltungen dazu nicht, außer der Aufstellung von weiteren Schildern. Da hätte ich noch einen weiteren Vorschlag: An die Zugänge des Stadthauses, also dort wo Kommunalpolitik und Verwaltung sich ihre Bürger-Schikanen des Alltags ausdenken, sollten ebenfalls Schilder angebracht werden: ZUTRITT NUR FÜR FACHLEUTE.
Weiter so: GRÜN WELKT, wie jüngste Wahlergebnisse zeigen und in Bonn stehen nächstes Jahr im September Kommunalwahlen auf dem Bonner Unterhaltungs-Programm.
