GRÜN WELKT
Von Erwin Ruckes
Schadenfreude? Nein, auf keinen Fall. Jedenfalls nicht von mir. Freude? Schon eher: Anblick und Ansprachen von Ricarda Lang und ihrem Co-Piloten Omid Nouripour in unzähligen und unsäglichen TV-Auftritten haben mir partiell schon körperliche Schmerzen vermittelt, aber noch mehr meinen eigenen politisch-intellektuellen Anspruch beleidigt.
Dabei hatte ich doch schon relativ früh erkannt, dass die unerbittlichen Weltretter aufgrund ihrer defizitären Ausbildung, Berufs- und Lebenserfahrung nichts anderes als alltagsblinde Sprechpuppen darstellten. Sie hatten lediglich richtig erkannt, dass für sie die Politik als einzige Erwerbsquelle für eine eigene kommode Existenz infrage käme.
Nun, gut: Jetzt sind wir sie in ihren bisherigen Funktionen und Auftritten erst mal los. Der Rücktritt des grünen Führungsduos kam ebenso konsequent wie überraschend, wie erfreulich, wie zwingend, wie notwendig und wie, wie, wie, wie? Ja, wie eigentlich alles!
Ich sorge mich aber nicht, die Beiden eventuell demnächst unter irgendeiner Rheinbrücke dösend vorzufinden. Obwohl: Als Gutmensch würde ich sogar Frau Lang sofort zu einem Diskussions-Drink einladen und ihr sehr höflich übermitteln, warum Deutschland sie nicht gebraucht hat. Aber sicherlich wird ihr Parteifreund, der formidable Wirtschaftsminister und Kinderbuchautor Robert H. längst eine der grünen Politik nahestehende NGO gegründet haben, in der die beiden verkannten Politik-Schnuckis eine fünfstellige GF-Funktion finden, die ihnen großzügigen Verzicht auf ihre Parteiämter erlaubt. Das haben übrigens die „Alt-Parteien“ auch immer so gemacht (Konrad-Adenauer-Stiftung / Friedrich-Ebert-Stiftung / Friedrich-Naumann-Stiftung / Heinrich-Böll-Stiftung).
Und was bedeutet das für Bonn?
Es bedeutet, dass auch bei uns die politisch-moralische Bevormundung nebst ideologisch-verkrampfter Kanzel-Rhetorik und Vorschriften aller Art ein baldiges Ende finden muss. Oder wie es Rüdiger Franz im General-Anzeiger-Journal treffend-vorzüglich formulierte:
„Die Problemlöser sind selber zum Problem geworden“.
Die Bonner Kommunalpolitik mit ihrer für dieses Amt untauglichen Oberbürgermeisterin sollte sich ebenfalls mit Rücktrittsgedanken beschäftigen, bevor auch in Bonn die grüne Wählerquote im kommenden Wahljahr den Bach ab geht und die einzige Chance ihrer Wiederwahl darin bestünde, dass die Quantität und Qualität ihrer OB-Mitbewerber eher überschaubar bleibt.
Wir retten den Globus vor seinem CO2-Untergang nicht mit bunten, surrealistischen Radwegen in Bonner Vororten und auf der B9, während gleichzeitig Rheinschiffe 300 Meter von Markt- und Münsterplatz vorbei tuckern und vor sich hin stinken. Wir retten den Globus auch nicht mit Menschen, die ihr politisches Glaubensbekenntnis ähnlich verstockten Islamisten herunter beten. Wir retten den Globus nur global mit der Weltgemeinschaft und das wird nach meiner Lebenserkenntnis schwer gelingen. Warum? Es liegt an den Menschen: Die sind an den derzeit schlimmen Zuständen selber schuld, suchen aber die Fehler stets bei anderen.
Schlechte Wahlergebnisse erklären die GRÜNEN neuerdings gerne mit dem Hinweis, man müsse den Menschen grüne Politik besser erklären. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Man muss den GRÜNEN erst mal erklären, wie bessere Politik geht!
Merke: GRÜN WELKT und deshalb werden wir das politische Laub dieser Bewegung in Bonn 2025 zusammenfegen und an den von BONN-ORANGE vorgesehenen Stellen ordnungsgemäß entsorgen.
30.09.2024
